Fachforum Grünland
Grünland innovativ nutzen und Ressourcen schützen
Grünland nimmt einen großen Teil der Landwirtschaftlichen Nutzfläche ein und hat damit eine hohe betriebswirtschaftliche, volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz. Die Ökosystemleistungen des Grünlands sind an eine Bewirtschaftung geknüpft. Herausforderungen der Grünlandbewirtschaftung sind der abnehmende Beitrag zur landwirtschaftlichen Wertschöpfung, die Entschärfung der Konkurrenz um Ackerfläche und die unbefriedigende Konvergenz landwirtschaftlicher und landschaftsökologischer Ziele.
Mit der DAFA-Forschungsstrategie Grünland soll der Wert des Grünlands für die zukünftige agrarische Produktion und darüber hinausgehende Ansprüche, wie beispielsweise Biodiversität, herausgestellt werden. Das Ziel des Fachforums ist es, innovative Wertschöpfungspotentiale des Grünlands standort- und praxisbezogen zu entwickeln. Die erzeugten Ökosystemleistungen sollen gemessen und bewertet werden. Mit einer vertieften Systemorientierung sowie inter- und transdisziplinären Ansätzen soll Grünland als Modellfall für moderne agrarwissenschaftliche Forschung bearbeitet werden.
Arbeitsphase: Nachverfolgung
Stand: November 2025
Die DAFA-Forschungsstrategie Grünland inspirierte die in Arbeit befindliche Grünlandstrategie des BMEL. Seit 2022 betrachtet eine neue Steuerungsgruppe des Fachforums, wie das Ziel, Dauergrünland in der landwirtschaftlichen Produktion zu erhalten, weiter durch geeignete Forschung unterstützt werden kann. Die Plattform „Tierhaltung in einem nachhaltigen Agrar- und Ernährungssystem“ wurde vom Fachforum Grünland angeregt und wird Grünlandthemen in einem größeren Zusammenhang aufgreifen.
Steuerungsgruppe
Projekte
Inhalte der Forschungsstrategie Grünland wurden adressiert von mehreren Bekanntmachungen verschiedener Ministerien:
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
- Innovationen für eine nachhaltige Grünlandwirtschaft (Mai 2016, BAnz AT B4 vom 14.06.2016). Von 27 eingereichten Skizzen wurden fünf zur Einreichung eines Antrags aufgefordert. Vier davon wurden bewilligt.
- Satellitengestützte Information zur Grünlandbewirtschaftung (SattGrün) – Verbundprojekt
- Optimierte Konservierung von Grünlandaufwüchsen als Maßnahme zur Verbesserung der Proteinversorgung von Milchkühen (OptiKons) – Verbundprojekt
- Grünlandschutz durch ein innovatives Bio-Weiderindkonzept (GiB) – Verbundprojekt
- Selektive, nicht-chemische Bekämpfung von Giftpflanzen in extensiven Grünlandbeständen (SELBEX) – Verbundprojekt
- Innovationen in der Pflanzenproduktion für Klimaschutz (Mrz. 2017, BAnz AT B2 und BAnz AT B3 vom 16.11.2016). Zu diesen Bekanntmachungen wurden nur wenige Skizzen mit Bezug zu Grünland eingereicht.
- Nachhaltige Land-, Gartenbau-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft; Erschließung des Potenzials nachwachsender Rohstoffe
- Waterbuddies – Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen in Entwässerungssysteme norddeutscher Grünlandgräben (01.11.2018 – 31.08.2023)
- Modell- und Demonstrationsvorhaben: Standort- und klimaangepasste, zukunftsfähige Grünlandwirtschaft (September 2024, Bekanntmachung Nr. 23/24/32, BAnz AT 14.10.2024 B5)
- im Aufbau (Stand: Januar 2026)
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
- Agrarsysteme der Zukunft
- GreenGrass – Innovative Nutzung des Grünlands im Landschaftsmaßstab (2019–2024)
- GreenGrass 2 – Innovative Nutzung des Grünlands für eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft im Landschaftsmaßstab (2025–2028)
- Innovationsraum Bioökonomie
- BONARES
- SUSALPSII – Nachhaltige Nutzung von alpinen und voralpinen Grünlandböden unter sich änderndem Klima (01.11.2018 – 31.01.2022)
- SUSALPSIII – Nachhaltige Nutzung von alpinen und voralpinen Grünlandböden unter sich änderndem Klima (01.02.2022 – 31.08.2025)
- Biodiversitätsdynamik und biologische Prozesse (BiodiWert I und II)
- Was sind erfolgreiche Konzepte zur Wiederherstellung artenreichen Grünlandes in Deutschland? Eine multiregionale Bewertung sozial-ökologischer Systeme und pilothafte Umsetzung (Grassworks) (01.10.2020 – 30.09.2021 )
- Konzepte zur Wiederherstellung von artenreichem Grünland in Deutschland (Grassworks-2) (01.11.2021 – 30.04.2025)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
- Technologie- und Innovationsförderung
Bundesministerium für Verkehr
- Forschungsvorhaben – methodische Untersuchungen zur Datenverarbeitung im Rahmen der Erdbeobachtung
Externe Informationsangebote
-
- Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau (AGGF)
Die AGGF stellt ein Forum dar für Personen aus der angewandten und grundlagen-orientierten Forschung ebenso wie der Wirtschaft des vor- und nachgelagerten Bereichs, der Agrarverwaltung und der Beratung. Ziel der AGGF ist es, den wissenschaftlich begründeten Fortschritt in der Grünlandwirtschaft und im Futterbau zu fördern und auf der nationalen und internationalen Ebene das Fachgebiet gegenüber Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, gegenüber verwandten Fachdisziplinen und der Agrarwirtschaft insgesamt zu vertreten. - GrassCops
Datenbank der Zusammenfassungen von Beiträgen der europäischen Konferenzen zu Grünland und Futterbau. - Dialognetzwerk zukunfsfähige Landwirtschaft des BMEL in Kooperation mit dem BMUV
Ergebnisdokument zum Thema „Grünlandnutzungsoptionen“ [2023]
- Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau (AGGF)
Übersicht über Projekte aus der BMEL-Bekanntmachung Innovationen für eine nachhaltige Grünlandwirtschaft
Stand: März 2018
Quelle: Förderkatalog des Bundes, Förderkatalog des PtBLE. Förderbeträge enthalten nicht die an Unternehmen gezahlten Leistungen.
Grünlandforschung: Versuchsinfrastruktur
Stand: 2020; Quelle: Internetrecherche
Ursprünglich veröffentlicht in: Fachhochschule Südwestfalen; Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2022): Tagungsband zur 65. Jahrestagung am 25. – 27. August 2022 in Soest. Grünland im Spannungsfeld Forschung, Wissenstransfer und öffentliche Wahrnehmung. Unter Mitarbeit von Marc Wolf. Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau der Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften. Soest (Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Grünland und Futterbau).
EU-Projekt GreeNet
Das Hauptziel des Projektes besteht darin, bewährte und kosteneffiziente Erhaltungsmaßnahmen und ihre räumliche Anordnung zu ermitteln, die die Landschaft verbessern und schützen und die langfristige Widerstandsfähigkeit des europäischen Grünlands gegen biophysikalische Verschlechterung und nachteilige sozioökonomische Entwicklungen gewährleisten.
Hintergrund
Die Mitgliederversamlung entschied Anfang November 2012 in Berlin, ein Fachforum zum Grünland einzurichten. Dort und in einem Fachgespräch Grünland des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Ende November in Braunschweig wurde schon eine erste Ideenskizze von Prof. Dr. Johannes Isselstein (Universität Göttingen) und Prof. Dr. Friedhelm Taube (Universität Kiel) vorgestellt. In der Diskussion hob Dr. Stürmer (BMEL) hervor, dass das Ministerium dieses Fachforum als wichtig erachtet und unterstützen will. Zur langfristigen Koordination von Forschungsvorhaben und Praxisanwendung beteiligte sich das Julius Kühn-Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde (Prof. Dr. Jörg Michael Greef, Dr. Katrin Kuka, Dr. Torsten Thünen) mit seiner Stabsstelle Grünland.
Bei einer Veranstaltung im August 2013 in Triesdorf wurde von der Steuerungsgruppe, zu der außer den vorgenannten noch Prof. Dr. Alois Heißenhuber (TU München), Jürgen Pickert (ZALF), Prof. Dr. Hubert Spiekers (LfL Bayern), Prof. Dr. Achim Spiller (Uni Göttingen) und Prof. Dr. Michael Wachendorf (Uni Kassel) gehörten, ein erster Strategieentwurf vorgestellt. Er wurde mit über 100 Akteuren aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Unternehmen, Verbänden, Interessengruppen, Forschungsförderern, Behörden und Politik diskutiert und weiterentwickelt.
Die DAFA-Strategie wurde am 05.10.2015 von den Mitgliedseinrichtungen der DAFA verabschiedet und wird als deutsche und englische Fassung angeboten (siehe rechts). Anregungen der DAFA-Strategie wurden in der öffentlichen Diskussion (Milch vom Grünland, Fleisch vom Grünland) aufgenommen. Das BMEL förderte mehrere Forschungsprojekte, die Wissenslücken schließen konnten.
Forschungsbedarf für die Erhaltung von extensivem Grünland wurden in einem Workshop 2019 erarbeitet: „Extensivgrünland innovativ nutzen und fair honorieren!“












