Pressemitteilung vom 02.12.2019

Nachhaltige Landwirtschaft im Jahr 2049

Strategisches Forum der Deutschen Agrarforschungsallianz entwickelt Zielbilder für eine künftige Landwirtschaft

Die heutige Landwirtschaft wird von vielen Seiten kritisiert. Dabei wird oft nur gesagt, was Landwirtschaft nicht (mehr) tun soll. Orientierung für Landwirte, Politik und Gesellschaft hingegen können Bilder liefern, die eine wünschenswerte Landwirtschaft beschreiben. Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) hat daher ihr diesjähriges Strategisches Forum am 18. und. 19. November genutzt, um Zielbilder mit der Perspektive 2049 zu entwickeln. Dabei gab es vorwiegend Übereinstimmung unter den gut einhundert Teilnehmenden aus Politik, Forschung und Verbänden: Die Landwirtschaft der Zukunft arbeitet mit geschlossenen Stoffkreisläufen, hat einen engen regionalen Bezug, hält weniger Tiere ohne Antibiotika und in viel besseren Ställen, schützt die Biodiversität und das Klima und erhält dafür angemessene Preise. Das alles setzt ein Umdenken bei der Ernährung und eine andere Agrarpolitik voraus. Weniger Fleisch aus ethischer Produktion und mehr Regionalität müssen von den Verbrauchern honoriert und politisch unterstützt werden. Hierzu Hubert Wiggering, der Sprecher des DAFA-Vorstands: „Die Lebensmittelpreise an der Ladentheke müssen die wahren Kosten der Produktion widerspiegeln“.

Die Akzeptanz solch tiefgreifender Veränderungen setzt aber voraus, dass die Bürger ausreichend die Vorteile eines neuen Ernährungssystems und einer neuen, die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzenden Landwirtschaft kennen und erleben. Die landwirtschaftlichen Betriebe der Zukunft werden Einkommen nicht nur aus der Produktion, sondern auch aus der Erbringung von gesellschaftlichen Leistungen (Naturschutz, Landschaftspflege, Klimaschutz, Tierwohl, Gesundheit) erzielen.

Wie geht es nun weiter? Die Teilnehmer des Strategischen Forums 2019 mahnten an, im nächsten Schritt die landwirtschaftliche Praxis, die Lebensmittelverarbeitung und den Handel einzubeziehen, denn eine hohe Wertschätzung der Produkte passt nicht zum Wettbewerb um den niedrigsten Preis. Lebensmittelverluste müssen deutlich vermindert und Ernährungsstile an Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Im Idealfall finden sich Systemlösungen, die auch für andere Länder attraktiv sein können – so wie Deutschland viel von anderen Ländern lernen kann. Zusammen mit allen interessierten Gruppen will die DAFA die Zielbilder weiter entwickeln und Wege zu ihrer Erreichung aufzeigen.

Weitere Informationen

Dr. Martin Köchy
Tel. +49 (0)531 5961017
martin.koechy@dafa.de

Dr. Martin Erbs
Tel. +49 (0)531 5961019
martin.erbs@dafa.de

Die DAFA ist eine Gemeinschaftsinitiative der deutschen Agrar- und Ernährungsforschung. Ihr gehören 63 deutsche Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landesforschungsinstitute an. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, die Leistungsfähigkeit sowie die nationale und internationale Sichtbarkeit der deutschen Agrar- und Ernährungsforschung zu verbessern und für die Praxis wirksam zu machen.

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